05.05.2017 @ 13.12Uhr
Spitzenspiel in der zweiten Liga mit zwei absoluten Aufstiegskandidaten bedeutet leider auch fast immer den ungeliebten Montag abzugreifen, mit dem auch wir uns heute wieder rumschlagen durften. Aufgrund der großen, fast einmal die komplette deutsche Nord-Süd-Achse umfassenden Entfernung bedarf es dann schon einmal mindestens zwei Urlaubs-, Krankheits- oder Blaumachtagen, um seinen Verein im Saisonendspurt unterstützen zu können. Aber hilft ja alles nichts, es hat nie jemand behauptet, dass Fußballfan sein einfach werden würde und so wählte man heute den vom Virus angebotenen Sonderzug, um ins Schwabenland zu gelangen. 25 Stunden Brutto-Fahrtzeit - wenn man sich einmal damit abgefunden hat, ist das doch einfach nur geil. Gegen acht Uhr in der Früh begann die wilde Fahrt und eskalierte schon früh zur wilden Sause. Hatte sich der ein oder andere eventuell einen Alkoholverzicht auf der Hinfahrt auferlegt, musste dieses Unterfangen in den meisten Fällen doch wieder untergraben werden und die zwei Partywaggons waren schon vor Anpfiff gern besuchte Orte. Schön an diesen Sonderzugtouren ist ohne Frage auch, dass man mal nicht in seinem eigenen Neuner-, Bus- oder Autosaft schwimmt und im Laufe der Stunden auch mit vielen anderen Unionern aller Couleur in Kontakt kommt, feiert und sich austauscht.

Etwa zweieinhalb Stunden vor Spielbeginn traf man in der Hauptstadt Baden-Württembergs ein und marschierte problemlos zum Stadion. Die Polizei verhielt sich ruhig und zurückhaltend, was man nach den Vorkommnissen in Karlsruhe vor wenigen Wochen ruhig mal erwähnen kann.

Das Spiel an sich war heute trotz der heftigst beschissenen Anstoßzeit doch tatsächlich ausverkauft, woran auch um die 3.500 Unioner einen großen Anteil hatten. Klasse! Hoffen wir mal, dass dieser Schwung, unabhängig davon was diese Saison noch passiert, mitgenommen werden kann und wir auch ohne Aufstiegskampf in der kommenden Spielzeit mit ähnlichen Auftritten glänzen können. Bitte verkommt nicht zum Eventpublikum, liebe Unioner!

Das erste Mal sollte man heute die Cannstatter Kurve live erleben und kann ihr durchaus das Prädikat einer guten Erstligakurve ausstellen. Eine dauerhaft gute Mitmachquote und ein guter Einsatz an Tifomaterial ließen den Block über die Dauer des Spiels gut aussehen. Der Rest des Stadions ist dann jedoch zum Großteil geprägt von Eventis, die halt aufspringen, wenn sie mit dem Schiedsrichter nicht konform gehen und sich auf den Weg zum Bierstand machen wenn Stuttgart ein Tor schießt. Aber gut, das hast du ja eigentlich überall so. Unsere Seite mit guten Momenten, aber über die Länge des Spiels muss da einfach mehr kommen. Sicher waren auch viele vom Spiel bedient, aber Union war dran und wer weiß, vielleicht hätte ja die ein oder andere Motivationsstütze mehr von den Rängen tatsächlich gereicht, um Union in der umkämpften Phase den Ausgleich schießen zu lassen. So verlor Union dieses Schlüsselspiel in der umkämpften Saisonphase leider mit 1:3 und muss einen herben, vielleicht entscheidenden Dämpfer im Aufstiegskampf hinnehmen. Schade, denn Stuttgart war heute absolut nicht unschlagbar.
Noch ist jedoch nicht aller Tage Abend und es heißt weiter Gas geben. Die Saison ist so oder so ne richtig dufte und wir können ihr noch immer die Krone aufsetzen. Also auf allen Ebenen weiter alles geben!

Mit null Punkten im Gepäck trat man die lange Rückfahrt gen Berlin an, wobei man im Nachhinein sogar einige Stimmen hörte, dass sie zu kurz war. Kurzweilig war sie allemal und so stiegen gegen neun Uhr in der Früh einige sehr skurrile Gestalten aus dem Zug und traten in Mitten des Berufsverkehrs den Weg in Richtung des heimischen Bettes an. Bitte mehr von solchen Fahrten, in Zukunft nur mit größerem sportlichen Erfolg.
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