04.12.2018 @ 13.12Uhr
Erste Runde Bukarest, zweite Runde Rom... Bis man als Unioner in den erneuten Genuss kommt, den altbekannten Europapokal-Song aus tagesaktuellen Anlässen anzustimmen, wird wohl noch viel Wasser die Wuhle runterfließen und dennoch gibt es immer wieder diese Momente, wo man insgeheim schon ein wenig darauf schielt. Diese Momente gibt es meistens im DFB-Pokal, dem Pokal, in dem man mit etwas Losglück und 1-2 guten Spielen am schnellsten in Richtung Europa schauen kann und somit auch immer eine gewisse Euphorie ausgelöst wird. Eine realistische Euphorie? Selbstverständlich nicht, aber man wird ja auch noch träumen dürfen. Nachdem man in Runde eins relativ problemlos die Träume von Carl-Zeiss Jena beendete, wartete man gespannt auf die Auslosung. Die einen wünschten sich einen Gegner aus dem Amateurbereich, die anderen wünschten sich nach Jahren mal wieder ein Heimspiel gegen einen schwächelnden Erst- oder Zweitligisten, wird ja auch mal wieder Zeit, so liegt das letzte Pokalheimspiel doch schon gut fünf Jahre zurück. Aber wie so oft, kommt es dann wieder anders, als man denkt und so sah man sich nicht nur mit dem aktuellen Tabellenführer der ersten Bundesliga konfrontiert, nein, man durfte zur Abwechslung auch wieder nach Dortmund fahren. Erinnerungen an den besonderen Auftritt vor zwei Jahren an gleicher Stelle wurden wach und die leisen Hoffnungen darauf, dass es vielleicht doch etwas wird mit der Sensation. Als sich dann abzeichnete, dass es das Spiel der einzig beiden ungeschlagenen Teams im Deutschen Profifußball werden wird, hielt man doch irgendwie alles für möglich. Leider hielt man auch abseits des Rasens alles für möglich, erinnerte man sich doch noch an die wilde Einlasssituation und völlig übermotivierten Ordner und Polizisten. Erst wenige Tage zuvor durfte dies unser Rivale aus Westberlin spüren. Um es aber vorwegzunehmen, es war vieles besser, als noch vor zwei Jahren, aber gut war es noch lange nicht. Die Ordner legten sich nicht mehr mit dem großen Pulk an, sondern konzentrierten sich darauf, Hausverbote für Kleinigkeiten auszusprechen und die Polizei deutete nur zweimal kurz an, welchen Aufwind ihnen anscheinend gerade das vermutlich bald anstehende neue Polizeigesetz in NRW gibt. Schon interessant, mit welchem Eskalationspotential die Gesundheit von gut 100 Leuten riskiert wird, nur um bei einer Person die Personalien festzustellen. Obacht, liebe Berliner Partybullen, da will euch wohl jemand den Rang ablaufen. Aber nun zum Spiel. Natürlich auch für uns ein Spiel mit besonderem Reiz, trifft man doch nicht täglich auf die vermeintlich größte und beste Kurve Europas. Leider blieb diese, wie auch schon vor zwei Jahren, vieles schuldig und zeigte nur sehr selten, welches Potential in ihr schlummert. Auf unserer Seite machten sich ca. 8000 Unioner auf einem Mittwoch auf den Weg nach Dortmund. Weniger als noch vor zwei Jahren, aber dennoch nicht zu unterschätzen. Der Eiserne Virus brachte wieder zwei Sonderzüge auf die Schienen und nach einem Marsch ohne Besonderheiten erreichte man das Westfalenstadion. Dort legten wir, ähnlich wie vor zwei Jahren, einen beeindruckenden Auftritt hin und vertraten unsere Farben würdevoll. Gleiches galt für die 11 Männer auf dem Rasen, welche das Spiel ausgeglichen gestalteten und an dem Tag auf einem hohen Erstliganiveau kickten. Nach zweimaligem Rückstand kam die Mannschaft jedes Mal wieder zurück. Erst ein Elfmeter in der 120. Minute der Verlängerung sorgte dann für die Entscheidung zu unseren Ungunsten. Dass der Elfmeter dann auch noch einer der Marke “Kann man geben, muss man aber nicht” war und eventuell eine Abseitssituation hätte gepfiffen werden müssen, passt ins Bild dieser unglücklichen Niederlage. Wenn der David den Goliath so kurz vor dem Abgrund hat und dann doch besiegt wird, tut es einfach nur weh. Dennoch ein riesen Kompliment an die Mannschaft für ihre Leistung. Auf den Rängen beschäftigte man sich ansonsten noch mit den Vorfällen des Gastspieles der Nummer zwei Berlins in Dortmund ein paar Tage zuvor.

Neben dem klaren Statement unserer Szene, welche klar die Polizei als Feinde unserer Bewegung ansieht, beschäftigten sich sämtliche Dortmunder Ultragruppen ebenfalls mit der Thematik. In besonderer Erinnerung blieb dabei das Spruchband der Desperados: „Blocksturm wegen Pyro?“. Im Anschluss wurde eine Fackel gezündet und die Aufforderung „Dann kommt, ihr Hunde!“ gezeigt. Eine deutliche Botschaft mit der wir diesen Bericht auch beenden wollen.

In diesem Sinne:
Eisern Union!








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